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| Der Krieg: Geschichte und Gegenwart (Campus Einführungen) von
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Krieg begreifen...
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der Krieg: Geschichte und Gegenwart (Campus Einführungen) (Taschenbuch) Eingedenk des Clausewitzschen Ausspruchs, daß „der Krieg ein wahres Chamäleon" sei, hat sich Herberg-Rothe der in doppelten Sinne gewaltigen Aufgabe gestellt, daß Phänomen des Krieges näher zu beleuchten. Der Band ist in der Reihe „Campus Einführungen" erschienen und wird diesem Anspruch mehr als gerecht. In insgesamt sechs Kapiteln wird Krieg „begriffen". Im ersten Kapitel werden nachvollziehbar drei Grundformen des Krieges unterschieden: Staatenkriege, Bürgerkriege und nicht-staatliche Kriege. Diese Grundformen decken die meisten kriegerischen Phänomene unserer Gegenwart ab. Hochinteressant ist das zweite Kapitel, in welchem Herberg-Rothe die Frage zum Verhältnis von Krieg, Gewalt und Moderne diskutiert. War die Moderne mit dem aus der Aufklärung stammenden Selbstverständnis angetreten, in einem Prozeß fortschreitender Zivilisierung den Krieg aus der Geschichte zu bannen, hat gerade diese Disziplinierung und Zivilisierung zu den bisher blutigsten Genoziden geführt - was bohrende Fragen an unsere Epoche hinterläßt.. Kriege sind ohne Akteure nicht zu führen, insofern ist es folgerichtig, daß auch die „Waffenträger" eine eingehende Würdigung (im dritten Kapitel) erfahren. Dabei erweist es sich, daß schon die Unterscheidung von Kombattanten und Nicht-Kombattanten einige Probleme in sich birgt. Erschwerend kommt hinzu, daß die unterschiedlichen Formen des Krieges auch unterschiedliche Typen von Waffenträgern hervorbringen: Soldaten, Söldner, Kindersoldaten, Krieger, Partisanen und noch einige mehr. Herberg-Rothe liefert Informationen zu Spezifika aller dieser Typen. Zu den am intensivsten diskutierten Fragen gehört sicherlich die Frage nach den Kriegsursachen. Diese bildet das Thema des vierten Kapitels. Dabei stellt der Autor insbesondere die Vielfalt der möglichen Ursachen heraus und diskutiert exemplarisch ökonomische, anthropologische, politische und kulturelle Motive. Kriege sind untrennbar mit einer bestimmten Tätigkeit verbunden:, dem Töten anderer Menschen. In Kapitel fünf macht Herberg-Rothe deutlich, welche Faktoren die Anwendung von Gewalt begünstigen bzw. die Disposition dazu schaffen. Soziologische und psychologische Erklärungen stehen hier im Vordergrund, wobei sich der Autor in wohltuender Weise von naiven Erklärungen distanziert. Im abschließenden Ausblick werden die bisherigen Ausführungen nochmals zusammengefaßt und bewertet. Herberg-Rothe kommt dabei zu dem Ergebnis, daß keinesfalls bestimmte Formen des Krieges verschwinden werden, sondern das Phänomen „Krieg" in seiner ganzen Komplexität fortexistiert - was aber auch bedeutet, daß die Maßnahmen zur Vermeidung und Einhegung von Kriegen dieser Komplexität Rechnung tragen müssen. Der Autor zeigt eine fundierte Kenntnis der einschlägigen Fachliteratur und es gelingt ihm, diesen bisweilen doch schwierigen Stoff verständlich darzustellen. Er liefert dabei Informationen aus der Geschichte und Theorie des Krieges von Thukydides bis Münkler. Insofern nicht nur als Einführung uneingeschränkt zu empfehlen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. März 2003 | | |
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